Thursday, March 6, 2008

Von Grenzen und anderem Irrsinn

Die Abenddaemmerung rueckt naeher und wir stehen immernoch auf dem Haltestreifen der Landstrasse, auf der wir soeben die Grenze nach Costa Rica ueberquerten. Mit dem Daumen im Aether ruehrend, mal Gitarre zupfend, mal Bananen verschlingend, versuchen wir jedes Fahrzeug fuer unsere Zwecke zu gewinnen. Dabei haben wir bereits eine beinahe fatalistische Kontinuitaet des Geschehens auf unserer Seite, welche uns sicher sein laesst: Auch an diesem Tag wird sich wieder eines dieser Wunder ereignen, das uns ein kostenloses Dach ueber dem Kopf, Platz fuer unsere Haengematten, Moeglichkeit zu kochen, liebenswerte interessante Menschen und jede Menge interessanter Konversationen beschert.Moeglicherweise passiert es gerade aufgrund dieser verwoehnten Naivitaet heute etwas unbequemer als gewohnt, obgleich zu Beginn alles zo vielversprechend erscheint.

Den Trampspot als unguenstig erklaert und aufgegeben, passieren wir eine der rustikalen Grenz-Bars, aus der uns eine bierschluerfende Gestalt heranwinkt und auf ein oder doch zwei "Imperial" einlaedt. Auch hier treffen wir wieder auf einen der vielen autodidaktischen Musiker, die sich in ganz Zentralamerika haeufen und so spielen wir im Wechsel unser europaeisches und Lateinamerikanisches Repertoire herunter. Der sympathische 50-jaehrige stellt sich spaeter als "Capitán" der Grenzpolizei heraus, doch dass wir beim gemeinsamen Bier noch von unseren Plaenen -ohne Papiere in San José zu arbeiten- daherredeten, macht garnichts aus, denn -so betont er- Capitán ist er nur waehrend der 10-taegigen Arbeitsschicht. "In meiner Freizeit bin ich einfach nur Milton.", stellt er sich uns vor.

Wie ernst er es mit seiner Doppelrollen-Philosophie meint, macht der Capitán klar, als er nach seinen 5 Bier am naechstbesten Strassenrand haelt und einen amtlichen Joint geniesst.Die Fahrt im 76´er Mazda beginnt gemaechlich und entspannt, ganz gleich dem Gemuet des Capitáns, welcher angeheitert von seiner deutschen Ex plaudert und uns nebenbei einlaedt in seinem Haus unterzukommen und sogar Zeit in seinem privaten Ferienhaus zu verbringen.
Spaeter, es ist bereits nacht, wird des Capitáns Fahrstil zunehmend plump und waehrend einer der vielen Verschnaufpausen faellt er in einen spontanen Tiefschlaf, aus dem wir ihn nicht aufwecken, da uns jede Entalkoholisierung unseres Fahrers nur allzu gelegen kommt. Ausserdem bleibt so etwas Ruhe, um die vergangenen turbulenten Monate revue passieren zu lassen...

Vor etwa 5 Monaten zog sich der Abschied von allen Freunden in Mexico-City etwas laenger hin, ich gelangte erst am Nachmittag zur Mautsation gen Norden, stand spaeter noch in totaler Finsterniss an der Landstrasse und wurde denoch sofort bis ins Zentrum Guanajuatos mitgenommen, um hier die folgenen Tage mit Toni, Mariana und co. waehrend des "Cervantino"(eines der groessten Lateinamerikanischen Kulturfestivals) zu verbringen.

Der Einladung Raggazams(ein spanischer Dancehall-Kuenstler) folgend, besuchte ich ,nach deshydrierender Tramptour durch die Wuestenvegetation, eines seiner Konzerte in San Luís Potosí. Ueber irgendeinen Irrweg, den das menschliche Gehirn nach durchfeierter Nacht nichtmehr zu rekonstruieren vermag, landete ich nach dem Konzert zunaecht auf einer Geburtstagsparty, spaeter in einer Art Musiker Wohnheim und schliesslich in der Wohnung von Said und seiner Familie, die mich die folgenden Tage bei sich aufnehmen wuerde.In San Luís Potosí machte sich die (relative)Naehe zu den USA durch die Abundanz an urbaner Subkultur bemerkbar und mit einem Teil von Saids Freundeskreis voller Graffiti-Kuenstler, Skateboarder und Musiker zelteten wir an der "Media Luna", einer Lagune abseits der Stadt.


Infolge der naechsten Wochen, in denen ich die uneingeschraenkte Gastfreundschaft von Benedicto in Aguascalientes, sowie abermals von Ana und Jesus in Guadalajara genoss, nahm meine Reise gewissermassen gleich zwei entscheidene Wenden:Erstere bestand darin, dass meine Reiseroute bis dato keinesfalls von rationalem Plaeneschmieden bestimmt worden war, sondern vielmehr von spontaner Reaktion aller in der Luft schwirrenden Ratschlaege, Adressen, Telefonnummern, Versprechungen, Landkarten, Missverstaendnisse und einer Prise Intuition.
All diese Faktoren hatten sich nun mit der Zeit dermaßen summiert, dass mein Verstand gezwungen war einzugreifen und zwischen Unmengen an Optionen auszuwaehlen. Desweiteren machte sich eine Art Unwohlsein dem Fakt gegenueber breit, dass ich bereits 5 Monate meiner Reise in ein und demselben Land verbracht hatte.So wurde mein Schicksaal stattdessen Spielball aller mal exzessiv absurden, mal konkreten Ideen, die letztendlich in einer Entscheidung kulumierten, welche die zweite Wende mit sich brachte: Nun sollte es also wieder nach Sueden gehen, entlang der Pazifikkueste bis Guatemala.

Die jungen Brotverkaeufer am Lago de Chapala, die studentische Tramp-Begleitung in Michoacan, die kalte Nacht in Zamora, der Tag der Toten in Patzcuaro, die Fischerdoerfer Yuriria und Cuitzeo, meine handgemachte Gitarre aus Paracho, die Geschichtslektionen des Uni-Profs, der mich mitnahm und vor allem die schoene Zeit in Morelia, im Apartment von Anna, Eva und Nele...Erinnerungen und Bilder einer Zeitspanne, die so abrupt enden sollte, als mir die Immigrationsbehoerde keine Verlaengerung meines Aufenhalts in Mexiko goennte und mir 12 Tage blieben, um bis zur guatemaltekischen Grenze zu trampen.






Doch noch bevor sich dies ereignete, unternahm ich eine Exkursion an die Pazifikkueste.
Dabei brachte ich sehr schnell in Erfahrung, dass in dem vom Drogenbandengewalt verschreckten Bundesstaat Michoacan Anhalten etwas schwerer faellt und es war nur allzu bezeichnend, dass einige Male die schwerbewaffneten Soldatenkonvois die einzigen Fahrzeuge waren, die mich mitnemen mochten.Auf dem Weg nach Tecomán half ich einem LKW-Fahrer beim Reifenwechsel. Als Ausgleich verschaffte er mir einen Schlafplatz in der Holzfabrik, fuer die er liefert und ich gewann weitere Eindruecke in das Leben der mexikanischen Arbeiterklasse, welche abermals belegten, wie danebengelegen das Klischee des eher faulenzenden als arbeitenden Latinos ist.
Besonders viele der LKW-Fahrer, die mich mitnehmen, haben einen Arbeitsalltag, der in Europa undenkbar waere. Mal muessen sie 5 Tage, beinahe ohne jegliche Ruhepause, fahren. Ein Umstand, der viele zum Kokain oder -aktueller- zum Crystal-Meth greifen laesst, um sich wachzuhalten. Der Lohn betraegt oft ca. 400 Dollar im Monat, mit denen sie die Familie ernaehren, welche viele nur jedes zweite Wochenende zu Gesicht bekommen.

Von der Landstrasse aus konnte ich zum ersten Mal in meinem Leben Blicke auf das hin und wieder zwischen der Kuestenvegetation glitzernde, unendliche Ungetuehm Pazifik erhaschen. Ein Trupp von 4 Herren mittleren Alters nahm mich mit und lud mich ein mit Ihnen zu ihrem jaehrlichen Muschelfang zu kommen. Ich begleitete sie also an einen abgelegenen Strand, von dem wir ueber glattes Vulkangestein in nahtoderfahrungsprovozierender Hoehe an einen Ort gelangten, welcher wohl einer der weltweiten Geheimtipps fuer den erfahrenen Fischer sein muss. Jedenfalls sammelten die vier -wie Kolosse im tobenden Wellengang- stundenlang ungestoert ihre Delikatessen, bis sich alle tragbaren Kapazitaeten erschoepften.
Im Faro de Brucerias lernte ich Veronica, Memo, Bryna und Butch kennen, die in Veronicas Auto quer durch Mexiko reisten. Auf die spontane Einladung "Wir fahren an irgendeinen Strand, komm doch kurz mit", schloss ich mich ihnen fuer die naechsten 6 Tage an und machte die internationale Gruppe noch bunter als sie ohnehin schon war. Am Fusse eines Vulkans in Colima trafen wir auf einen Schamenen, mit dem wir ein Temazcal, ein praekolumbianisches Dampfbad-Ritual, durchfuehrten...



3 Wochen spaeter war ich dann an der guatemaltekischen Grenze angekommen, nachdem ich von Lázaro Cárdenas mit einem Abstecher ueber Oaxaca-Stadt die Pazifikkueste bis nach Tapachula getrampt war und mich dabei ausschliesslich von Bananen und Kokosnuessen ernaehrt hatte.
Ein Biertransport brachte mich in Ciudad Hidalgo bis 200 Meter vor die Grenze. Diese ueberquerte ich schliesslich zu Fuss und ganz unabhaengig von den seltsamen Vorgaengen an beiden Ufern, die kleine Haefen fuer vollkommen offensichtlichen Waren- und Personenschmuggel darstellten, beschlich mich ein unheimliches Gefuehl, das an meinen Eingeweiden nagte. Mexiko, das Land, welches ich 6 Monaten lang durchkreuzt hatte und dabei so lieben gelernt hatte, wollte mich nicht loslassen. Vielleicht wusste ich bereits in diesem Moment, dass es schon bald ein Wiedersehen geben wuerde...



In Guatemala zeugten die vielen Plakate an den Landstrassen noch immer vom Wahlkampf, der einige Monate zuvor zu einer Gewaltwelle gefuehrt und etwa 50 Kreiskandidaten -vor allem der Linksparteien- das Leben gekostet hatte (Waehrend des Wahlkampfes verhaengte die Regierung sogar ein 3-taegiges allgemeines Alkoholverbot, um die Gewalt einzudaemmen). Der frisch gewaehlte Praesident Colom ist nach vielen Jahrzehnten gepraegt von US-finanzierten Militaerputschen, Buergerkrieg und rechtsgerichteten Regierungen/Diktaturen der erste Praesident einer "sozialdemokratischen" Regierung, die juengst Schlagzeilen machte, als sie die Todesstrafe faktisch wiedereinfuehrte. Guatemala wird dabei neben den USA und Cuba zu den wenigen Laendern auf dem amerikanischen Kontinent zaehlen, welche Todesurteile vollstrecken. Dies ist eine Reaktion auf die innenpolitische Situation des Landes, denn Guatemala ist in ganz Lateinamerika das Land mit der hoechsten Mordrate, taeglich werden im Durchschnitt 18 Personen ermordet und vor allem wenn es sich bei den Opfern um vergewaltigte indigene Frauen handelt, folgt in den seltesten Faellen ein Prozess. Die Bevoelkerung greift bereits zu Selbstjustiz und jaehrlich werden etwa 40 vermeindliche Taeter oeffentlich gelyncht (mit Benzin uebergossen und lebendig verbrannt). In der Hauptstadt greifen Polizei und Todesschwadronen zu "aussergerichtlichen Hinrichtungen" und erschiessen nachts jugendliche Bandenmitglieder.

Ich hatte nicht eine einzige Anlaufstelle in Guatemala, keine Adresse eines Freundes eines Freundes...nichtmal eine Adresse eines Freundes eines Freundes eines Bruders eines Freundes, und ohne jeglichen Plan landete ich noch am selben Tag in Quetzaltenango -oder auch "Xela", der zweitgroessten Stadt des Landes. Nachdem ich in Mexiko die grossen Backpacker- und Touristenorte vermieden hatte und beinahe ausschliesslich Umgang mit Einheimischen hatte, blieb ich hier das erste Mal seit Monaten einige Tage in einem Hostel.
Obgleich viele der Backpacker hier sympathische Figuren waren, konnte ich mit dem Reisestil der meisten nicht anfreunden, denn letztendlich steigen alle in die selben Busse, die sie an die selben Orte bringen, wo sie eine auf sie zugeschnittene, kuenstliche Infrastruktur erwartet.

Niels, ein Hollaender, den ich hier kennenlernte, schien diese Bedenken zu teilen. Gemeinsam ignorierten wir die Warnungen all der geldhungrigen moechtegern Tour-Operators, stiegen ohne Begleitung auf den Vulkan Santa Ana und verbrachten dort in unserem Zelt die Nacht.
Auch allen, aus dem Lonley Planet (dieser Name wurde hier zum absoluten Inbegriff uninteressanter Reisemanieren) schoepfenden Warnungen und Hinweisen entgegen, blieben wir weiterhin per Anhalter unterwegs. In Guatemala muss man sich dabei einfach an andere Regeln halten als in Mexiko. Viele der Pick-Ups sind eine Art Nebenverdienst als private Taxis und dabei sogar oft teurer als die lokalen Busse, daher muss man vor dem Einsteigen sichergehen, dass es sich um einen kostenlosen Ride handelt. Auf den groesserern Landstrassen ist dies aber fast immer der Fall.

Leider landeten wir letztendlich doch in einigen Backpackerorten, allerdings konnte ich dadurch mein negatives Bild dieser noch etwas verfestigen.In Orten wie "San Pedro la Laguna" am Lago de Atitlan treffen sich Menschen aus aller Welt, meist mit dem Vorwand "Spanisch zu lernen und das Land ein wenig kennenzulernen". Die allermeisten tun hier allerdings nichts grossartig anderes als sich mit Gleichgesinnten zu berauschen, Filme(auf Englisch) zu schauen, und ein paar Vulkane zu besteigen. Dabei wird einerseits der Vorwand des Spanisch-Lernens ad absurdum gefuehrt, man trifft 12-jaehrige in aufgeschnapptem Brocken-Englisch Gras verkaufend auf der Strasse, die Aussgaben der jungen Wilden gehen an europaeische, nordamerikanische und israelische Barbesitzer und Grosskonzerne, denn nicht einmal -und hier kann man wirklich wuetend werden- der lokale Kaffee, der das wichtigste Agarprodukt der Region darstellt, wird in den meisten der Gringo-Bars verkauft...Nescafé ist nunmal bequemer.

Eines morgens weckte mich Niels noch vor Sonnenaufgang mit folgenden Worten auf: "Alter, Finn, meine Sachen sind gepackt. Waehrend ich dusche kannst du dir nochmal ueberlegen, ob du wirklich nicht mit nach San Salvador willst."
Vielleicht war mir Niels, der verrueckte Hollaender mit seinem markanten Akzent in allen Sprachen, die er beherrscht und seinen tragisch-komischen Frauengeschichten zu sympathisch geworden oder wir beide waren einfach gleichermassen grosse Fans von zwar unueberlegt bloeden, aber spontanen Entscheidungen. Jedenfalls sass ich 2 Stunden spaeter in der Ladeflaeche eines Pickups auf einem gefaehrlich schwankendem Stapel von Sofas, von einem nur unwesentlich ungefaehrlicher schwankendem Sessel grinste mir dieser scheiss verrueckte Hollaender entgegen und der Wahnsinn und die Freiheit liessen mich in diesem Moment vergessen, dass mir kurz zuvor in Guatemala City meine Kamera gestohlen wurde und mir nur 1000 Woerter bleiben fuer jedes Bild. (Von hier an sind alle Bilder von anderen Personen oder zumindest mit Kameras anderer Personen geschossen.)

Bekanntlich belohnt das Schicksaal die Tapferen und so realisierte sich der vollkommen irrationale und unrealistische "Plan" tatsaechlich und wir trampten an einem einzigen Tag von Antigua bis nach San Salvador. Unterwegs lud uns ein sympathischer Señor auf seine Papaya-Plantage ein und gemeinsam mit den Campensinos verkoestigten wir verschiedene Sorten und Preparationen dieser wunderbaren Frucht.
Spaet nachts kamen wir also im wilden Djungel der salvadoreanischen Hauptstadt an, in der die Menschen sich in die oeffentlichen Busse zwaengten bis diese foermlich ueberquirrlten, an jeder Station die Fahrgaeste in Salben ausspuckten und dabei bestaendig unbeschreiblich laute und schlechte Musik pumpten.

In San Salvador verblieben wir die 4 Naechte im Hause von Paco und seiner Familie und besonders durch seinen Vater lernten wir einen grossen Teil der salvadoreñischen Kueche und all die kleinen Unterschiede des dortigen Spanisch gegenueber dem mexikanischen. Von hier aus unternahmen wir einige Ausfluege in die Umgebung und als wir eines Tages einen Vulkan nahe Santa Anna bestiegen, trafen wir auf ein Filmteam, welches fuer National Geographic/Discovery Channel arbeitete und uns sogleich um ein Interview bat. Schnellschaltend fragten wir, ob sie uns dafuer zurueck nach San Salvador nehmen koennten, und 2 Stunden spaeter sassen wir im absoluten VIP Bus, in dem wir mit dem Team den Abschluss der Dreharbeiten mit ordentlich Rum feierten.
Fast jede Peron, die uns in El Salvador mitnahm, erzaehlte uns vom persoenlichen Schicksaal waehrend des Buergerkriegs. Viele waren fuer lange Zeit in die Staaten immigriert und nun seit einigen Jahren wieder im Heimatland, in dem die scheusslichen Verbrechen, die u.a. kuerzlich gefundene Kinder-Massengraeber belegen, weiterhin groesstenteils totgeschwiegen werden.
Heutzutage machen gerade in der Haupstadt die Jugendbanden vielen das Leben schwer. Pacos Mutter etwa musste monatlich Geld an die Maras abtreten, die das Viertel kontrollierten, in dem sie ihren Lebensmittelladen fuehrte, welchen sie daher schliesslich aufgeben musste. Widerstand ist zwecklos, wer nicht zahlt, wird umbegracht, so einfach ist das und die Polizei ist in fast allen Faellen machtlos und/oder korrupt.

Ueber Weinachten mochten wir die Familie nicht weiterhin mit unserer Anwesenheit stoeren, also mieteten wir eine kleine Huette an der Pazifikkueste und verbrachten hier einige Tage mit Surfbrettern und billigem Rum.
Das letzte mal sah ich den verrueckten Hollaender dann, als er in einem Pick-Up davonfuhr und mir mit einer "Haha! ich war schneller!" Geste zum Abschied winkte. Ich hatte mich dazu entschlossen nicht mit ihm nach Nicaragua zu kommen, sondern nach Mexiko zurueckzukehren, denn dort fand das "Intergalactic Rainbow Gathering" statt, welches mein Interesse geweckt hatte.
Zunaechst bekam ich einen sehr Lift von einem LKW-Fahrer, der mich bis Guatemala-City brachte. Ahnungslos versuchte ich in einer der gefaehrlichsten Zonen der Stadt zu trampen. Der erste Polizeiwagen bremste bei diesem Anblick abrupt, man lud mich in den Wagen und einer der Beamten setzte sich, die Maschinenpistole im Anschlag, neben mich auf die Ladeflaeche.

2 Tage spaeter gelangte ich also wieder an die mexikanische Grenze und stiess nahe Comitán auf einen Trupp Einheimischer-Tramper, welche auf dem Weg zur Garucha waren, wo eine grosse EZLN-Versammlung stattfand. Hin- und hergerissen zwischen Zapatista-Treffen und Rainbow Gathering entschied ich mich fuer letzteres und verabschiedete mich von meinen frischen Freunden.
Spaeter, als ich schon auf der Suche nach einem sicheren Schlafplatz war, naeherte sich ein Wagen, den ich als letzten Versuch erklaerte noch am selben Tag voranzukommen. Der Pick-Up passierte mich zuerst, bremste, fuhr ein paar Meter weiter und setzte schliesslich zurueck. Es handelte sich um den Tourwagen der Reggae-Band "Kirash" aus Villahermosa, die gerade von einem Gig in San Cristóbal de las Casas heimkehrte und mit denen ich noch jede Menge Spass hatte.

Nun war es also soweit. Ich hatte alle zugaenglichen Quellen im Internet nach Information bezueglich des Rainbow Gatherings abgegrast und hatte denoch nur ein paar lose Namen von kleinen Ortschaften in der Hand. Am Nachmittag in "las Choapas" angekommen waehnte ich mich nun schon sehr nahe. Eine freundliche Familie nahm mich bis nach Cerro Nachital mit. Was auf der Karte nach einem 20 minuetigem Spaziergang aussah, erwies sich als 2-3 stuendige Autofahrt und immernoch hatte ich kein einziges Indiz irgendeines grossen Hippie-Lagers entdecken koennen. Ich verbrachte die Nacht in einem Feldbett auf einer kleinen Ranch und als ich am regnerischen Folgetag endlich am -geglaubten- Ziel "el Desengaño" ankam, stellte sich der Name desselben Ortes als wahrhaftig zutreffend heraus, denn es folgte ein zweistuendiger Marsch durch den fiesesten Matsch dieser Welt inklusive Flussueberquerungen, wilden Stieren, die auf mich losrannten und permanenter Zweifel, ob dieses Treffen tatsaechlich an diesem gottverlassenen Ort stattfinden sollte.
Diverse Stuerze spaeter, nach denen ich und mein tonnenschweres Reisegepaeck sich zunaechst nass, dann matschig, bald einfach nur lehmig wieder erhoben , gelangte ich zu einem bunt gemalten Schild und obwohl ich exakt beim Erblicken desselben erneut stuerzte, fuehlte ich mich doch sehr erleichtert, denn es stand geschrieben: "Welcome Home, Bienvenidos a casa!!!"


Der lange Marsch hatte sich gelohnt. Am Rande der kleinen Doerfer beginnt eines der groessten Naturreservate Mexikos und es erstreckt sich ein riesiger, unberuehrter tropischer Djungel. Hier verbrachte ich die naechsten 3 Wochen mit etwa 300 Personen aus ueber 60 unterschiedlichen Laendern.
Der Ort war beeindruckend schoen. Zwei vollkommen klare Fluesse treffen hier auffeinander, in denen man baden und sich von der Stoemung an andere Orte treiben lassen kann. An den Ufern der Fluesse erhebt sich eine dichte Djungelvegetation und oft beobachtete ich Affen aus naechster Naehe, welche mir wild entgegengestikulierten und ueber mir von Baum zu Baum sprangen. Einige hundert Meter vom Camp entfernt, konnte man vollkommen ungestoert in den tiefen Djungel eintauchen und die schoensten Orte dieser Welt finden, die man nur mit seinen natuerlichen Bewohnern teilte.
Das etwa 6 monatige Camp selbst wurde von einer internationalen Karavanne ins Leben gerufen, die schon seit etwa 9 Jahren auf ihren Pferden unterwegs ist und auch sonst traf ich auf die kuriosesten Charaktaere und unglaublichsten Lebensgeschichten. Zweimal am Tag wurde gemeinsam gespeist, das Essen wurde von einem Geldpott eingeauft, zu dem jeder nach eigenem Ermessen beitragen konnte und alle Taetigkeiten, die anfallen (Feuerholz, Wasserversorgung, sanitaere Einrichtungen, Essenszureitung ... etc.) wurden freiwillig erledigt. Jede zweite Person hatte irgendein Instrument mitgebracht, bestaendig wurde wild gejammt und es gab massenweise Anbegote an Workshops von Permakultur ueber Meditation bis Spoken Word.
Trotz einer schweren Ueberflutung, waeherend der einige Personen nachts im Fluss aufwachten und tatsaechtlich aus ihrem Zelt schwammen und diverser anderer Probleme wie der Zugaenglichkeit des Ortes, der Hygenesituation, Trinkwasser etc. hielten alle zusammen und ich verbrachte eine unvergleichbar besondere Zeit auf dem Rainbow Gathering.

Chris, ein Kanadier den ich dort kennenlernte, wurde zu seiner Reise vom selben Buch inspiriert wie ich und sein Ziel war gleich dem meinem: Per Anhalter bis Patagonien...Grund genug also um gemeinsam weiterzureisen.
Und so geschah es. Wir verliessen das Rainbow Gathering und wurden von einem etwa 60 jaehrigem Amerikaner mitgenommen, der gemeinsam mt ein paar anderen Rainbow-Leuten auf einer "Mushroom-Mission" war. Zu 8 sassen wir in und auf seinem winzigem Auto und alle 20 Minuten bruellte Shelby, der offensichtlich auch in seinem sehr berauschten Zustand noch sehr gute Augen hatte: "Muuuuuuushroooooooooom!!!!! Stooooooooooooooop!!!!!!!!"
Irgendein Spassvogel hatte auf dem Gathering meine Kreditkarte gestohlen, sich eine schoene Zeit in einem Hotel in Veracruz gemacht, diverse Einkaeufe bei SEARS erledigt und dabei nebenbei den Grossteil meines Geldes verballert. Da ich den Diebstahl nicht sofort bemerkte und im Djungel verschwunden war, machte man sich daheim Sorgen und in las Choapas bekam ich dann zu hoeren, dass bereits INTERPOL nach mir suchte.
Ich erhielt 100 Dollar von meinen Eltern und als ich gemeinsam mit Chris und Collin aufbrach, war klar, dass ich noch kostenguenstiger als bevor reisen wuerde.

Zu dritt trampten in ein kleines Dorf in Tabasco, nahe Chiapas. Wir schlugen unser Nachtlager in einem kleinen Waldstrich nahe der Landstrasse auf, Collin ging als erster zu Bett und als wir nach einer Gitarrensession mit einem LKW-Fahrer in unsere Haengematten fielen, war Collin verschwunden. Bis heute wissen wir nicht, was passiert war.
Mitten in der Nacht weckten mich 4 in Tarnfarben bemalte Gesichter und ein paar Maschinengewehre aus dem Schlaf.
Nachdem die Soldaten unsere Sachen durchsucht, uns essentielle Information wie etwa die Waehrungen unserer Laender und deren Kurse entlockt und unzaehlige Witze ueber die beiden Gringos und ihr primitives Nachtlager gerissen hatten, wachten wir am naechsten Morgen auf, um an die guatemaltekische Grenze zu gelangen.

Mit Chris verstaendigte ich mich auf folgende Reisemethode: Wir trampten von kleinem Dorf zu noch kleinerem Dorf, suchten dort jeweils gegen Abend einen Ort fuer unsere Haengematten und eine Feuerstelle zum kochen.
Mit dieser Vorgehensweise sollten wir wochenlang stets Erfolg haben.
Wir verbrachten in Mexico die letzte Nacht zwischen unbeachteten Maya-Ruinen an einem See, am naechsten Morgen durchquerten wir el Petén und ein Lastwagen brachte uns bis nahe der honduranischen Grenze, wo ein Restaurant uns unsere Haengematten spannen liess.
Wir hatten bereits seit der Grenzueberquerung nach Guatemala ein ungutes Gefuehl, welches vermutlich daher ruehrte, dass wir an diesem eher unueblichen Grenzuebergang keine Immigrationsbehoerde entdeckt hatten und daher ohne Stempel eingereist waren.
Die Grenzbeamten konnten dies nur bestaetigen und da wir keine Strafgebuehr bezahlen wollten/konnten, entschieden wir uns dazu Guatemala nochmals zu durchqueren, um ebenfalls "illegal" nach Mexiko einzureisen, um dann -diesmal gemaess der Spielregeln- endlich weiterreisen zu koennen.

Um Abwechslung in dieses Spiel zu bringen, entschieden wir uns wenigstens ueber eine andere Route an die Grenze zu gelangen und dabei ahnten wir nicht welche Konsequenzen dies mit sich bringen sollte, denn diese Route verwandelte sich ploetzlich in eine eher unfrequentierte, abgelegene Schotterpiste. Diese noetigte uns, 6 Tage ueber laecherliche Distanzen im Schneckentempo zurueckzulegen. Dabei landeten wir unter anderem in Chichitepe, einem kleinen Dorf, in dem wir zunaechst zur allgemeinen Unterhaltung beitrugen als wir mit den einheimischen Kids Fussball spielten. Fast niemand hier sprach fliessend Spanisch, der Mayadialekt Quiché herrschte vor. Denoch freundeten wir uns schnell mit der Gemeinde an und der von den beiden verrueckten Gringos aufgeheiterte Haufen Kinder brachte uns zu einer Huette, in der wir die Nacht verbringen und kochen konnten.
In jeder kleinen Ortschaft, in der wir Halt machten, trafen wir auf die herzlichsten Familien, die uns fuer eine Nacht bei uns aufnahmen und es erfolgte stets ein interessanter interkultureller Austausch. Eine der schoensten Erfahrungen machten wir als wir am spaeten Abend einen Berg bestiegen und dort auf Herman und seine Familie trafen. Wir lernten viel ueber einheimische Gerichte und Delikatessen und im Gegenzug konnten wir diesen Menschen das erste Mal in ihrem Leben eine skizzierte Weltkarte vorfuehren, die sie mit Verblueffung begutachteten.

Mehrere Ortschaften wurden waehrend unseres Besuches Schauplatz von Gewaltverbrechen, ein Busfahrer und zwei Insassen wurden nur einige hundert Meter entfernt erschossen. Fuer die Einwohner bereits Alltag, sie machten uns klar: Solange du dich da heraushaelst, keine Fragen stellst und niemanden anzeigst, passiert dir nichts.
Auch ein ehemaliger Guerrilla-Kommandant nahm uns mit, erzaehlte uns vom Buergerkrieg, in dem er im Zweifelsfall seinen leiblichen Bruedern gegenueberstehen musste, welche einer der Volksmilizen angehoerten, und wie Sozialismus, Che Guevara und Gott zusammenpassen: "An irgendetwas musst du glauben, wenn du eine Waffe in der Hand haeltst".
Schliesslich ueberquerten wir die Grenze und mieden diesmal mit wohlbesonnener Absicht die Immigrationsbehoerden und alles uniformierte Personal.

Abermals wollten wir einen anderen Grenzuebergang waehlen und auf dem Weg nach Tapachula landeten wir in Huixtla. Dort dirigierten uns die Einwohner zu einer Kirche, in der wir uebernachten koennten. Hier machten wir eine der interessantesten Erfahrungen unserer Reise. Im Vorhof der Kirche versammelt fanden wir eine Gesellschaft illegaler Immigranten aus Honduras, El Salvador und Guatemala vor. Ab und an kam der Pastor vorbei, welcher ihnen zwischen konkreten Wegbeschreibungen und christlichen Predigten schwankende Ratschlaege gab, die ihnen auf dem Weg in die USA helfen sollten. Was wohl nett gemeind war artete allerdings oft in einer schizophren-egozentrischen Bekenntnis zum Christentum aus.
Wir verbrachten die Nacht gemeinsam mit den Immigranten und hoerten die Lebensgeschichten dieser jungen Helden. Viele von ihnen waren vollkommen ohne Geld unterwegs, andere hatten genug um einen Schieber zu bezahlen, der sie von Mexico-City bis in die Staaten bringen sollte. Fuer fast alle war es der erste Versuch, sie waren voller Hoffnungen und Aengste und gleichzeitig ruhig und bescheiden, obgleich sie wussten, dass sie grosse Teile der Strecke marschieren wuerden, stets der Polizei ausweichend, dass sie eventuell die Wueste durchqueren wuerden und einige dabei ums Leben kommen. Auf der anderen Seite wartet dann zwar meist Geld, aber ein keineswegs angenehmer harter Arbeitsalltag und ein Leben am Rande der Gesellschaft.
Stetig dachten wir darueber nach, wie wir diesen Menschen am besten helfen konnten. Schliesslich fiel uns nichts anderes ein als unser Essen mit ihnen zu teilen. Was diesen Menschen fehlte war Gerechtigkeit und was sie daher brauchten war Glueck. Auch Geld hilft dabei nicht weiter. Einige von ihnen hatten bereits fuer etwa 2000 Dollar (!) Schieber bezahlt, von denen einige ihre "Klienten" nur ausrauben.
Trotz aller Nachrichten und Reportagen ueber das Phaenomen illegaler Immigration aenderte diese Nacht meine Wahrnehmung der Reise gewaltig:
Fuer mich war diese Reise nichts als ein Spiel. Ich konnte alles verlieren und allein durch meine deutsche Staatsbuergerschaft wuerde ich nie in eine Situation geraten, die vergleichbar waere mit der dieser Menschen. Grenzen sind imaginaere Linien, die fuer einige zum Fluch und fuer andere zum Seegen werden.

Auf dem Weg nach El Salvador begegneten wir 4 Jungs, die noch einige Tage zuvor den selben Traum getraeumt hatten, welcher zerplatzte als die mexikanische Immigrationspolizei sie aufgriff und abschob. Im Fluechtlingslager in Tecun Umán wurden sie einen Tag zuvor auch noch ausgeraubt. Nun waren sie auf dem Weg zurueck in die Heimat: Nicaragua. Gemeinsam mit ihnen wurden wir von einigen Lastwagen mitgenommen, trennten uns dann und sahen sie davonfahren in ihre ungewisse Zukunft.
In El Salvador machten wir die Bekanntschaft mit dem jungen Paar Leo und Brinda und verbrachten mit Leos grosser Familie einige Tage auf ihrem Grundstueck an der Pazifikkueste.
Da alle Immigrationsbehoerden fuer die Touristenkarten Gebuehren verlangt hatten, neigte sich mein Geld dem Ende zu und so manifestierte sich der Plan von selbst: Ab nach Costa Rica und arbeiten.
Daher blieb keine Zeit Honduras naeher kennenzulernen, wir durchkreuzten das Land an einem Tag und kamen spaet abends in Sébaco im Norden Nicaraguas an. Dort lernten wir einen Beamten der oeffentlichen Sicherheit kennen und befestigten unsere Haengematten einfach neben seinem Stuetzpunkt auf der Stasse inmitten des Stadtkerns.

Auf der Isla Ometepe fand zu dieser Zeit auf einer Finca ein Permakultur-Workshop statt, an dem zwei "Rainbow-Brueder" teilnahmen und Chris hatte die ehrenvolle Mission erhalten ihnen ein Buch zu ueberbringen. Daher verbrachten wir 4 Tage auf dieser Insel im groessten Sees Zentralamerikas, welche zwar ein Magnet fuer Backpacker ist, allerdings viele ruhige Ecken hat und jede Nacht freundeten wir uns mit Einheimischen in kleinen Doerfern an, die uns auf ihren Grundstuecken uebernachten liessen. Der ewige Buergerkrieg des Landes hatte dieses vom Festland isolierte Gebiet verschont und das Leben auf der Insel strahlte eine ungewohnte Leichtigkeit aus.
Zurueck in San Jorge lernten wir Guillermo kennen und in seinem Haushalt, in dem wir die folgen Tage verbrachten, lernten wir mit seiner Frau die Preparation von "Ponche", ein koestlicher Milch-Eier-Rum-Zimt Mix. Guillermo kaempfte einst auf Seite der FSLN gegen die Samoza Diktatur, doch mit dem Kurs der Regierung unter Daniel Ortega, welche sich einerseits Chavez annaehert und andererseits Freihandelsvertraege mit den USA unterzeichnet, kann er inzwischen nichts mehr anfangen.
Eines Morgens weckte mich das nerventoetende Gebruell eines Tyrannosaurus Rex, welcher mich zu verspeisen versuchte. Tatsaechlich wachgeworden oeffnete ich dann die Augen und das gefaehrliche Ungetuem entpuppte sich als ein Schwein, welches in den Hof gezerrt wurde und nicht ich sondern dieses harmlose Wesen sollte verspeist werden.
Die lautstarken Schreie und das Todesroecheln des Schweines sassen tief in unseren Knochen als wir auf der Landstrasse standen und in gewisser Weise fuehlten wir zwei Hippiesehlen unseren Vegetarismus in diesem Moment sehr gerechtfertigt.
2 Stunden spaeter waren wir in Costa Rica angekommen...

Meine Augenlider sind im Begriff den Kampf mit der Muedigkeit aufzugeben, doch urploetzlich regt sich die Hand des Capitáns und noch bevor er die Augen oeffnet, hat er den Wagen gestartet. Waehrend wir weiterfahren muessen dem Capitán etwa folgende Gedanken durch den Kopf gehen: "Wer verdammt nochmal sind diese beiden Typen?". Jedenfalls plaudert er nun nicht mehr so munter vor sich her und macht einen eher verkaterten Eindruck.
In tiefster Nacht kommen wir in San José an und noch immer rechnen Chris und ich damit diese Nacht im Hause des Capitáns zu verbringen. Dieser allerdings parkt den Wagen und gaehnt eher beilaeufig: "Also...Ich muss hier rechts abbiegen...Ich weiss ja nicht was ihr so vorhabt, aber links gehts ins Zentrum". Mit dem Echo dieser Worte im Ohr, sehen wir den Capitán davonfahren, zuerst rechts abbiegen, dann schweifen unsere mueden Blicke Richtung Zentrum, schliesslich treffen sie sich und
obwohl wir hundemuede mitten in der Nacht mit unseren Rucksaecken in einer fremden Grossstadt stehen faellt uns in diesem Augenblick nichts besseres ein als laut loszulachen.


Friday, September 28, 2007

El corazón colonial / Mexikos koloniales Herz

No es posible decir precisamente donde empiezan o terminan el Norte y el Sur de Mexico, sin embargo, la distinción es muy obvia. En primer lugar uno se da cuenta de como cambia la vegetación y el clima desde selvas tropicales, densas, húmedas y calientes hasta la sierra seca, templada y montañosa con los cactus típicos como los agaves, magueyes y nopales.
Viajando al Norte del pais se manifesta una distinción clara entre las ciudades y de la gente del Norte a la del Sur. Mientras estaba acostumbrado a las aglomeraciónes de casas chiquitas con un núcleo urbano pequeño, ahora, en el centro del país hay muchas ciudades llenas de arquitectura colonial.

Pasé "el grito", el aniversario de la independencia mexicana, en Guadalajara con Melanie, Jorge y Caro visitando a Jesus, Ana y Fidel en su casa. Fuimos a un restaurante/bar con música mariachi, comida rica y un montón de tequila. Terminamos todos bien tomados y algunos se despertaron crudos en la mañana siguiente ;).
Me quedé unos dias más en Guadalajara, una ciudad muy moderna y memoriable, y fui consentido por Ana y Jesus, mis padres adoptivos durante aquélla semana.
Luego me fui a la caseta en la autopista pediendo ride y me llevó un señor que me enseñó el pueblo "San Miguel el alto" y luego me dejó en el centro de Guanajuato.

Allá me encontré con Marianna, una amiga de Antonia, y ella me alojó unos dias en su apartamiento que estaba muy chido y cerca del centro. Guanajuato es una ciudad muy bonita, llena de arquitectura colonial y casas coloridas que parecen fundidas sobre la montaña y por su diversidad cultural dirigida a estudiantes hay muchos bares y antros y las calles siempre están llenas.



Cuando me fui a Querétaro, pedí ride con otras 20 personas en la caretera y pronto se detuvo Sylvia y me llevó a Celaya. Mas tarde quería ir a Querétaro y casualmente sylvia conocía a una amiga que iba a ir a Querétaro . Entonces llegé muy temprano en la organización "el puente", en lo cual trabaja Antonia ahora. En Querétaro nos vimos con Alejandra y Lisa, dos miembros de Couchsurfing de Mexico y Austria y participamos en el ritual de Super-Uno en la casa de Alejandra. Además ayudamos a sacar todos los muebles de la casa anterior de la organización, empezamos a las 7 de la noche y terminamos a las 11 de la mañana.













En Querétaro fuimos al pueblo "San Joaquín" y nos encontramos a Jaqueline, que nos condujo a las ruinas "las ranas", que están situadas en un ambiente muy bonito en la montaña. De nuevo tuve suerte y desde Querétaro me llevó una familia y me dejaron enfrente de la casa de Oscar en DF...
El fin de semana pasado me visitó Antonia en DF, fuimos a una fiesta con Surya, otra miembro de CS y luego a una fiesta de despedida en Cuernavaca. Lo chistoso fue, que antes no conocía a Joachín, el alemán, que tuvo la fiesta, pero llegando alguien me saludó "Fiiiiiinn, estás en mi casa, weey!". Resultó, que la casa era la de la familia de Emilio, a quien conocí hace un mes en la CS-Reunión en DF.

El proximo fin de semana probablemente me voy otra vez a Guanajuato por el "cervantino" y luego ya regreso al Sur, ya que tengo que salir de Mexico en Deciembre...






Wo sich die Grenze befindet, laesst sich wohl nicht praezise sagen, allerdings faellt es sofort ins Auge, wie sich der Sueden Mexikos vom Zentrum des Landes unterscheidet. Auf dem Weg nach Norden veraenderen sich auf den ersten Blick ersteinmal Vegetation und Klima von feucht-heissen, dichten Tropenwaeldern voller Palmen hin zu gebirgigen, trockeneren und milderen Savannen gespickt von den typischen Nopales, Agaves, Magueyes und anderen Kakteen.

Nun, auf dem Weg vom Districto Federal nach Norden, machte sich die Grenze ausserdem bemerkbar durch den Unterschied der Staedte und Menschen. Waehrend ich vom Sueden -mit Ausnahmen- Agglomerationen von unfertigen Einstockbauten mit viel Wellblech und einem wintzigen Stadtkern gewohnt war, offenbaren sich im Zentrum moderne Metropolen mit Altstaedten voller Kolonialarchitektur.


In Guadalajara verbrachte ich den "Grito", den Jahrestag der Unabhaengigkeit Mexikos, mit Melanie, Jorge und Caro zu Gast beim jungen Paar Ana und Jesus. Das unangenehme Wetter an diesem Tag konnte die Mexikaner nicht verstimmen und man feierte sehr traditionell in einem riesen Restaurant/Bar mit leckerem Essen, Mariachi-Musik und -natuerlich- Unmengen an Tequila, der uebrigens aus dem gleichnamigen Dorf in der Region Jalisco stammt, deren Hauptstadt Guadalajara ist. Die hervorragende Qualitaet dieses Getraenks machte sich durch die Abwesenheit eines echten Alkoholkaters am Folgetag bemerkbar.





Nach einigen Tagen in Guadalajara, einer sehr geschichtstraechtigen, modernen Stadt, in denen ich von Ana und Jesus verwoehnt wurde, nahm mich an der Mautstation ein netter Herr mit, der mir noch das Dorf San Miguel el Alto praesentierte, in dem einst ein Gefaengnis fuer die Christeros, ein ehemaliges Widerstandsheer der Christen, existierte. Im Gegensatz zu den bitterarmen Doerfen, die ich aus Chiapas und Campeche gewohnt war, machte dieser Ort schon fast einen europaeischen Eindruck, vermutlich auch durch die helleren Haut- und Haartypen, denn in dieser Zone liessen sich nach der Habsburger Invasion viele franzoesiche Soldaten nieder.


Guanajuato, einst groesster Silberproduzent der Welt, ist eine unglaubliche Stadt. Hier wohnte ich bei Marianna, einer langjaehrigen Freundin von Toni, die hier Design studiert, singt und Deutsch lernt. Die Stadt besteht aus bunten, kolonialen Haeusern, die ueber das Gebirge gegossen scheinen und teilweise nur durch unterirdischen Gaenge verbunden sind; egal in welcher Ecke man landet, jede Strasse hat etwas besonderes, die Mieten sind sehr leicht aufbringbar und die Stadt wird fast ausschliesslich von Studenten bewohnt. Es gibt viele nette Bars und Antros, jeden Tag sind die Jugendlichen nachts auf den Strassen unterwegs und auch sonst atmet hier jeder Winkel das Leben. In der beruechtigten "Bar Fly" konnte ich mich dann neben schoener Live-Band Atmosphaere und billigem Bier auch endlich wieder im Tischkickern messen.
Die studentische Natur der Stadt macht ausserdem das Trampen hier zu einer Normalitaet und so stand ich mit etwa 15 bis 20 anderen Anhaltern auf der Strasse und hielt den Daumen in die Luft. Dabei hatte ich dann noch mehr Glueck als Verstand, denn Sylvia, die mich nach 5 Minuten Warten mitnahm, fuhr bis nach Celaya und hatte dort eine Freundin, die zufaellig am selben Tag nach Querétaro fahren wuerde. So musste ich mir keine Gedanken mehr ums Weiterkommen machen und genoss die Fahrt durch die schoene Landschaft der Bundesstaaten Guanajuato und Querétaro.


In Querétaro suchte ich dann schnellstmoeglich die Behausung der Organisation auf, in der Toni derzeit arbeitet und platzte dabei gleich in eine ihrer raren Englischstunden herein.
Die Gute gibt den Kids also Unterricht in Englisch und Zeichnen, das Ganze allerdings nur etwa 3 Stunden taeglich und hat daher auch viel Zeit fuer sich. Wir trafen uns noch mit Alejandra und Lisa, zwei CS-Mitgliedern, mit denen ich seit eiger Zeit in Kontakt stand, nahmen mit einigen Freunden an deren Super-Uno Ritual teil und halfen bei einer vercheckten Umzugsaktion mit, die von 7 Uhr abends bis 11 Uhr morgens andauerte. Im Bundesstaat Querétaro trampten wir dann noch zusammen nach San Joaquín, einem schoenen, bunten Dorf im Gebirge, in welchem wir noch jaqueline kennenlernten, die uns einfach an die Hand nahm und zu den relaxten Ruinen "las ranas" fuehrte.



Wieder in Querétaro angekommen, stellte ich mich einfach direkt auf die Autobahn wurde vom ersten Auto mitgenommen und direkt vor die Haustuer Oscars in DF gefahren, wieder einmal war das Glueck also auf meiner Seite...

Nun bin ich also seit einigen Tagen wieder bei Oscar in Mexiko Stadt. Die letzten Tage war Toni hier zu Besuch und vorgestern waren wir dann noch auf der Abschiedsparty von Joachim in Cuernavaca. Das Bemerkenswerte dabei war, dass wir Joachim vorher nicht kannten, ich aber bei der Ankunft mit "Fiiiiinn, estás en mi casa, guey!" (Finn, du bis in meinem Haus, Alter!) begruesst wurde und sich herausstellte, dass der Gastgeber Emilio war, den ich vor etwa einem Monat auf der Couchsurfing-Party kennengelernt hatte.

Naechstes Wochenende gehts dann vermutlich wieder nach Guanajuato, wo der Cervantino, ein riesengrosses Musik- und Kunstfestival, stattfinden wird und dann gehts wieder nach Sueden. Schliesslich darf ich mich in Mexiko nur bis Anfang Dezember aufhalten und habe ohnehin schon viel mehr Zeit hier verbracht als urspruenglich geplant...

Sunday, September 9, 2007

Chilangolandia / Mexiko-Stadt

Qué hongo, amigos ?

Hace dos semanas Roberto me llevó al DF y desde entonces me quedo con Oscar y su hermano Carlos en su casa en la Colonia Narvarte, bien cerca del centro. Ya fui a muchos lugares como el Zócalo, la catedral, el palacio de bellas artes, coyoacán, casa azul, el museo de antropología y -por supuesto- al chopo, un mercado alternativo de música, ropa y muchas cosas de todas las subculturas, sobre todo de punk y metal.
Además conocí muchos amigos de Oscar, fui a varias fiestas con ellos y acompañé a Diana, una amiga, unas veces a su universidad y a clases de historia y Nahuatl. Oscar es actor, va a salir en unos programas en la televisión pronto y muchos de sus amigos son músicos o artistas. Así por ejemplo Alethia, que juega con fuego (pois) como profesión, Pablo (pintor) y Jessica (cantante).

La semana pasada estuve algo enfermo y pasé mi tiempo en el cuarto con los cachorros de "Jacinta", la "perra" de Oscar. Ya me siento mejor y ayer fui a una reunión de Couchsurfing en la casa de unos miembros en la Zona Rosa con mucha gente de todo el mundo. Además entré en contacto con unas organizaciónes de noticias y de proyectos solidarios en Chiapas.

El proximo fin de semana probablemente me voy a Guadalajara y después a Querétaro para visitar a Antonia, una amiga de Alemamia.

Saludos y besos,

Finn




Moin Leute!

Vor zwei Wochen fuhr ich also nach Mexiko-Stadt und wohne seither bei Oscar und seinem Bruder Carlos unweit des Zentrums...

Die Stadt gefaellt mir unerwartet gut. Der Verkehr ist zwar in einigen Gebieten schon ein unbezwingbares Ungetuem, aber es gibt auch sehr viele ruhige Ecken und die Metro ist sehr billig und man kommt eigentlich ueberall in Windeseile hin. Auch die ganzen Wahnungen der Provinzler stellten sich abermals als uebertrieben heraus. So bin ich auch hier noch nachts oft zu Fuss unterwegs, ohne dass je etwas passiert waere.
Bin hier schon in den meisten Vierteln herumgekommen und natuerlich habe ich den Zócalo, die Kathedrale (die groesste und aelteste Lateinamerikas) den Palacio de bellas Artes, Coyoacan, das Frida Kahlo Museum und das Museum der Anthropologie sowie den "Chopo" (ein riesiger Punk-, Metal-, Reggae ..... Markt voller Musik, Kleidung, Filme) nicht ausgelassen.

Ausserdem habe ich hier auch einen Teil Oscars riesigen Freundeskreises kennengelernt, war mit Diana in ihrer Uni und habe mir Vorlesungen ueber Geschichte und Nahuatl (eine indigene Sprache) angehoert.
Oscar selbst ist uebrigens Schauspieler und kennt die Haelfte der Telenovelaelite persoenlich. Er wird in einigen Wochen selbst in einer der groessten Seifenopern hierzulande mitspielen.
So sind auch die meisten seiner Freunde Kuenstler und Musiker, so wie Alethia, die landesweit eine der besten Feuerkuenstler ist, der Maler Pablo, die Saengerin Jessica und sonst noch unter anderm das mexikanische McDonalds-Modell...

Nachdem ich mich in der verganenen -von Grippe geplagten- Woche eher zurueckhielt und die Zeit in der Wohnung mit den Hundewelpen verbrachte, geht es mir schon sehr viel besser und gestern besuchte ich ein Couchsurfing-Meeting in der Wohnung einiger Mitglieder in der Zona Rosa , zu dem lustige Leute aus aller Welt erschienen, zum Beispiel Rick, ein 60 Jahre alter Amerikaner, der total hochgestochenes Deutsch sprechen kann, besonders witzig, wenn er gut angetrunken ist.

Momentan stehe ich mit einem Nachrichtenservice und einigen Organisationen in Chiapas in Kontakt, fuer die ich eventuell ein wenig Freiwilligenarbeit leisten werde. Kommendes Wochenende gehts dann mit ein paar Freunden nach Guadalajara und im Anschluss nach Querétaro, unserer geliebten Toni einen Besuch abstatten.

Lieben Gruss,

Finn

Monday, September 3, 2007

Ab in den Norden!

Guten Tag zusammen,

In diesem Moment sitze ich mit einer fiesen Grippe in einer gemuetlichen Wohnung im Zentrum Mexico Cities. Die Wohnung teile ich mir mit Oscar, seinem Bruder und 4 Hundewelpen. Die Erkrankung laesst sich wohl mit dem rapiden Abfall von stetigen, tropischen 35 - 45 Grad auf die milden Temperaturen, die hier vorherrschen, erklaeren....

Vor etwa einem Montat liess ich meine Taetigkeit als Lehrer in Ciudad del Carmen ruhen und reiste nach Norden. Die Arbeit hat mir sehr viel Spass bereitet, auch wenn es mal etwas stressig war, da ich die Stunden sehr kurzfristig vorbereiten musste. Ich habe sehr viel dazugelernt und mir staendig neue Methoden ausgedacht, die Schueler zu motivieren. Auch von der Bandenkriminalitaet habe ich etwas mitbekommen: Vor einigen Monaten wurde der Polizeipraesident ermordet und nun versuchte eine Bande, die momentan den hiesigen Drogenschmuggel kontrolliert selbiges zu wiederholen, die Schiesserei fand im Haus eines Freundes statt, in dem der Polizechef momentan residiert.
Desweiteren unterrichtete ich in den letzten Wochen einen Schueler, der vor 3 Jahren zum Entfuehrungsopfer wurde, da sein Vater zu jener Zeit Praesidentschaftsanwaerter war. Die hohen Sicherheitsvorkehrungen erschwerten den Unterricht sehr stark und das Verhalten des Schuelers war eindeutig von traumatischer Natur.

Ab Cd del Carmen liess es sich leicht trampen, von der Insel fuehrt nunmal nur ein Weg, und ich verbrachte nocheinmal 2 Tage in Villahermosa mit Adriana und allen Leuten, die ich dort schon kennengelernt hatte. Auf dem Weg durch Veracruz traf ich dann mal wieder auf eine dieser kauzigen Maerchenfiguren, die einem nur beim Trampen begegnen : Jorge.
Er nahm mich am Nachmittag mit und ich entschied mich spontan, statt noch am spaeten Abend zu versuchen Veracruz zu erreichen, ihn nach Catemaco zu begleiten. Jorge ist etwa 50 Jahre alt, hat 3 Frauen und faehrt momentan mit seinem 78´er Dodge durchs Land und besucht Freunde. Auf halber Strecke war dann ploetzlich die gesamte Landstrasse voller rieser Krebse -ein typisches Phaenomen in der Regenzeit und am Strassenrand tuemmelten sich die Leute, um sie einzusammeln. Im naechsten Dorf passierte es dann: Der rechte Hinterreifen platzte. Eher zum Scherz bemerkte ich "Tal vez por un pinche cangrejo" ("Vielleicht wegen eines Krebses"). Der Reifenwechsel war eines der Highlights: Zwei der Bolzen liessen sich durch jahrzehntealten Rost einfach kein Stueck bewegen. Doch Jorge war geruesstet, denn er brachte die fuer diese Situation wohl bestgeeignete Berufung mit: Jorge ist Werkzeughaendler und hatte den Kofferaum voller Waren. Im naechsten KfZ-Schuppen fuehrte uns der korpulente Mitarbeiter dann den Beweis vor Augen: Ein ueberfahrener Krebs hatte in seinem Zorn den Reifen komplett durchbohrt. Geiler Macker, sag ich nur!
Wir wurden dann noch bei wirklich jedem Militaerposten herausgewinkt und die Soldaten ueberprueften jedes Mal saemtliche Werkzeugkoffe. Schliesslich kamen wir an, Jorge ueberliess mich dann mirselbst und nach einigen Stunden in Catemaco mit seinen Hexern und der wunderschoenen Lagune, erreichte in etwa 4 Autos Veracruz.
Dort war Jessica meine Gastgeberin. Sie hat Psychologie studiert, arbeitet momentan aber als eine Art Qualitaetsprueferin fuer SUBWAY, hat ein superschoenes Apartment, ist Vegetarierin und kann unglaublich lecker kochen. Zur selben Zeit waren dann noch andere HC Mitglieder zu Gast bei Jessica und so war die Wohnung immer voller Leute. Veracruz hat mir sehr gut gefallen, die Skyline erinnert zwar teils an Miami, die Stadt ist aber total gemuetlich, das Zentrum hat ein 50er Jahre Feeling und etwas von der Atmosphaere, die man sich von Cuba vorstellt. Und nicht nur die Stadt, auch die Menschen: Hier wurden frueher viele schwarze Sklaven fuer die Zuckergewinnung herangeholt, die sich mit den Einheimischen vermischt haben und so sind die Hauttypen auffallend dunkler und das Haar krauser. Zudem ist eine der hier beheimateten Musikstile der sogenannte "Danzon", der auch viele Salsa Elemente in sich traegt. Wochenends fuehren zu dieser Musik die aelteren Herrschaften der Stadt den dazugehoerigen Tanz auf.

Gegenueber des Malecóns befindet sich San Juan de Ulua, eine sehr geschichtstraechtige Festung, die anfangs als Warenlager der Silberflotte und spaeter als Gefaengnis fuer politische Gefangene genutzt wurde.


















In der folgenden Woche arbeitete Jessica in Xalapa, so nutzte ich die Gelegenheit und fuhr mit ihr in die Haupstadt des Staates Veracruz und Heimat des beruehmten Chile Xalapeño. Dort wohnte ich etwa eine Woche bei Allan und seiner supernetten Familie.
Xalapa ist eine Studentenstadt, vor allem fuer Musiker und Kuenstler, so studiert auch Allan klassische Gitarre und seine Schwester Theater. Mit Allan erkundete ich die Stadt, ihr sehr alternatives Nachtleben und die Umgebung Xalapas, so zum Beispiel die Wasserfaelle "la Monja" und "Texolo".
Wir trafen uns noch mit einem Freund Allans, Eduardo, er studiert Percussion und folgendes Video moechte ich euch nicht vorenthalten:

Von Xalapa gings dann wieder zurueck nach Veracruz, wo ich mich mit Jessica traf und gemeinsam mit ihr und ihren Freundinnen Anna und Mitzi zu Jessicas Geburtstagsparty in ihrer Heimatstadt Texcoco, unweit Mexico Cities, fuhr.
In Texcoco lernte ich Jessicas Eltern und ihren Bruder Roberto kennen. Die Familie ist Mitglied einer Austauschorganisation und hat jedes Jahr Schueler aus aller Welt zu Gast. Momentan war eine ehemalige franzoesische Austauschschuelerin, Eve, zu Gast.

Roberto ist Musiker und veranstaltet Parties und so organisierte er auch die die Geburtstagsparty fuer Jessica. Die Party fand unter dem Motto "60´s" statt, man musste also verkleided erscheinen und es standen Schlagzeug, Gitarre, Bass und Mikrofone fuer eine Jam Session bereit.
Da Jessica und Roberto einen recht grossen Freundeskreis haben, fuellte sich die Party schnell und es wurde bis in die Morgenstunden gejamt und gefeirt.


Die folgenden Tage verbrachte ich dann hauptsaechlich mit Roberto, da Jessica und Eve nach Veracruz fuhren.
Roberto hatte sich dieses Jahr eigentlich schon in Spanien eingelebt. dort in einer Bar gearbeitet und Musik gemacht/produziert. Leider wurden seine Plaene von unserer geliebten EU durchkreuzt, denn sein Visum war abgelaufen und er musste das Land verlassen.
Roberto zeigte mir die besonderen Ecken im kleinen Texcoco, so etwa die antiken Wasseranlagen und Baeder im Gebirge, von denen man einen super Ausblick auf die Taeler hat.

In Texcoco besuchte ich dann noch die Schule, die Marta (Jessicas Mutter) gehoert und stellte den Schuelern meine Reise vor.
Einige Tage spaeter traf ich mich dann in Mexico City mit Oscar, einem Freund von Jessica, bei dem ich nun wohne.

Das wars erstmal, bald folgen Neuigkeiten, dann allerdings etwas kompakter und zweisprachig.

Liebe Gruesse,

Finn